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  Verträge Neuer alter Ehevertrag
Einführung: Verträge sind für alle Parteien verbindlich.

Ehevertrag: Mit einem Ehevertrag werden Gegenstände und Vermögenswerte während der Ehe oder auf Auflösung der Ehe hin dem einen oder anderen Ehegatten zugeeignet.

Ehe- und Erbvertrag: Sofern nur gemeinsame Nachkommen vorhanden sind, kann der überlebende Ehegatte mit einem kombinierten Ehe- und Erbvertrag optimal begünstigt werden.

Erbvertrag: Das Gelbe vom Ei bei der Nachlassplanung.

Erbverzichtsvertrag: Wer später nichts (mehr) will, kann mit oder ohne Entschädigung endgültig verzichten.

Neuer alter Ehevertrag: Wer einen alten Ehevertrag oder Ehe- und Erbvertrag hat, sollte diesen überprüfen lassen. Mit einem neurechtlichen Vertrag kann meistens eine bessere Begünstigung erreicht werden.

Vor 1988 wurde bei Eheverträgen oder Ehe- und Erbverträgen oft vorgesehen, dass bei Auflösung der Ehe durch den Tod eines Ehegatten in Anwendung von Art. 214 Abs. 3 ZGB der gesamte eheliche Vorschlag an den überlebenden Ehegatten geht. Solche Verträge mit der sogenannten Vorschlagszuweisung sollten überprüft werden, da die Gesetzgebung seither teilweise mehrfach geändert hat.

Für Ehegatten, deren Ehe erst nach dem 31. Dezember 1987 durch Tod aufgelöst wird und die ehevertraglich die Zuweisung des ganzen Vorschlages an den überlebenden Ehegatten vereinbart haben, gilt nArt. 10 Abs. 1 und 3 SchlT ZGB (ZBGR 68/229).

Das heisst, der alte Güterstand der Güterverbindung bleibt unter den alten Bestimmungen weiter bestehen. Vereinbarungen über die Vorschlagszuweisung dürfen aber Pflichtteilsansprüche der nichtgemeinsamen Kinder (und deren Nachkommen) nicht beeinträchtigen. Massgebend zur Berechnung der Pflichtteilsansprüche ist das neue Pflichtteilsrecht (cf. Hausheer, Vom alten zum neuen Eherecht, Seite 175 unten).

Nichtgemeinsame Kinder haben einen neurechtlichen Pflichtteil von 3/8 am altrechtlichen Vorschlagsanteil. Ist der Vater verstorben, so war dessen altrechtlichter Vorschlagsanteil 2/3, der Pflichtteil nichtgemeinsamer Kinder beträgt somit 1/4 (= 3/8 von 2/3 = 6/24) am Gesamtvorschlag. Ist die Mutter verstorben, so war ihr altrechtlicher Vorschlagsanteil 1/3, der Pflichtteil nichtgemeinsamer Kinder beträgt somit 1/8 am Gesamtvorschlag.