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  Verträge Ehevertrag
Einführung: Verträge sind für alle Parteien verbindlich.

Ehevertrag: Mit einem Ehevertrag werden Gegenstände und Vermögenswerte während der Ehe oder auf Auflösung der Ehe hin dem einen oder anderen Ehegatten zugeeignet.

Ehe- und Erbvertrag: Sofern nur gemeinsame Nachkommen vorhanden sind, kann der überlebende Ehegatte mit einem kombinierten Ehe- und Erbvertrag optimal begünstigt werden.

Erbvertrag: Das Gelbe vom Ei bei der Nachlassplanung.

Erbverzichtsvertrag: Wer später nichts (mehr) will, kann mit oder ohne Entschädigung endgültig verzichten.

Neuer alter Ehevertrag: Wer einen alten Ehevertrag oder Ehe- und Erbvertrag hat, sollte diesen überprüfen lassen. Mit einem neurechtlichen Vertrag kann meistens eine bessere Begünstigung erreicht werden.

Wenn Ehegatten nichts anderes vereinbart haben, unterstehen sie dem ordentlichen Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung. Durch Ehevertrag kann die Gütergemeinschaft oder -trennung eingegangen werden. Altrechtliche Verträge, welche vor 1988 geschlossen worden sind, kennen noch den Güterstand der Güterverbindung.

Der Ehevertrag muss öffentlich beurkundet und von den vertragschliessenden
Personen unterzeichnet werden. Die Gütertrennung kann zudem auf Begehren eines Ehegatten vom Gericht angeordnet werden. Durch einen neuen Ehevertrag können die Ehegatten jederzeit und überdies rückwirkend z. Bsp. auf den Eheschluss hin wieder ihren früheren oder einen andern Güterstand vereinbaren.

Errungenschaftsbeteiligung

Die Errungenschaftsbeteiligung ist - von Gesetzes wegen - der ordentliche und prozentual der bedeutendste Güterstand. Wie bei der Gütertrennung verwaltet und nutzt jeder Ehegatte seine Errungenschaft und sein Eigengut und verfügt darüber. Und wie bei der Gütertrennung haftet jeder Ehegatte für seine Schulden mit seinem gesamten Vermögen.

Durch einen Ehevertrag können die Ehegatten Vermögenswerte der Errungenschaft, die für die Ausübung eines Berufes oder den Betrieb eines Gewerbes bestimmt sind, zu Eigengut erklären. Überdies können die Ehegatten durch Ehevertrag vereinbaren, dass Erträge aus dem Eigengut nicht in die Errungenschaft fallen.

Bei Auflösung der Ehe steht jedem Ehegatten oder seinen Erben die Hälfte des Vorschlages (Nettoerrungenschaft) des andern zu. Durch Ehevertrag kann jedoch eine andere Beteiligung am Vorschlag vereinbart werden, sei dies im Trennungs-, Scheidungs- oder im Ablebensfall. Dauerbrenner ist die Zuweisung des gesamten Vorschlages an den überlebenden Ehegatten. Allerdings dürfen solche Vereinbarungen die Pflichtteilsansprüche der nichtgemeinsamen Kinder und deren Nachkommen nicht beeinträchtigen.

Gütergemeinschaft

Der Güterstand der Gütergemeinschaft kann nur durch einen Ehevertrag eingegangen werden. Die Gütergemeinschaft umfasst das Gesamtgut und das Eigengut (vor allem persönliche Gegenstände) jedes Ehegatten. Durch Ehevertrag können die Ehegatten die Gemeinschaft jedoch auf die Errungenschaft beschränken - oder bestimmte Vermögenswerte oder Arten von Vermögenswerten, wie Grundstücke, den Arbeitserwerb eines Ehegatten oder Vermögenswerte, mit denen dieser einen Beruf ausübt oder ein Gewerbe betreibt, von der Gemeinschaft ausschliessen.

Wesentlich ist, dass jeder Ehegatte die Gemeinschaft verpflichten und über das Gesamtgut verfügen kann. Der Güterstand der Gütergemeinschaft ist deshalb gefährlich, weil für Schulden in vielen Fällen praktisch eine solidarische Haftung entsteht.

Wird die Gütergemeinschaft durch Tod eines Ehegatten oder durch Vereinbarung eines andern Güterstandes aufgelöst, so steht jedem Ehegatten oder seinen Erben die Hälfte des Gesamtgutes zu. Durch Ehevertrag kann jedoch eine andere Teilung vereinbart werden. Allerdings dürfen solche Vereinbarungen die Pflichtteilsansprüche der Nachkommen nicht beeinträchtigen.

Bei Scheidung, Trennung, Ungültigerklärung der Ehe oder Eintritt der gesetzlichen oder gerichtlichen Gütertrennung nimmt jeder Ehegatte vom Gesamtgut zurück, was unter der Errungenschaftsbeteiligung sein Eigengut wäre. Das übrige Gesamtgut fällt den Ehegatten je zur Hälfte zu. Vereinbarungen über die Änderung der gesetzlichen Teilung gelten nur, wenn der Ehevertrag dies ausdrücklich vorsieht.

Gütertrennung

Bei der Gütertrennung verwaltet und nutzt jeder Ehegatte sein Vermögen und verfügt darüber. Jeder Ehegatte haftet für seine Schulden mit seinem gesamten Vermögen. Bei Auflösung der Ehe besteht aus Güterrecht kein Anspruch am Vermögen des andern Ehegatten. Damit ist ein erbrechtlicher Anspruch bei Auflösung der Ehe durch Tod des einen oder andern Ehegatten jedoch nicht eo ipso ausgeschlossen.